Die Geschichte der IT in der BFV fängt nicht erst mit ZID und ZIVIT an. Schon vor über einem halben Jahrhundert begann die Automatisierung im Ressort. Ihr Ausgangspunkt war die - auch damals schon - komplizierte Berechnung der Bezüge für eine wachsende Anzahl von Bundesbediensteten. Am 20. Februar 1956 nahm die selbständige, dem BMF unmittelbar nachgeordnete "Besoldungsstelle der BFV" in Bonn-Mehlem ihren Betrieb auf. Insgesamt 21 Beschäftigte arbeiteten dort an einer "maschinellen Versuchsanlage", die auf der Basis so genannter Hollerith-Lochkarten funktionierte.
Seit der ersten Hälfte der 60er Jahre wurde dieses Rechenzentrum auch für die Berechnung von Haushaltsdaten genutzt. Dazu kam erstmals ein "Großrechner" zum Einsatz. Am 3. Juli 1970 wurde die IBM-360/40-Anlage gegen die modernisierte Anlage IBM 360/50 ausgetauscht. Zusätzliche Rechnerkapazitäten sicherte die angemietete Zentraleinheit IBM 2050/100 mit zwei Sektorkanälen und einem Hauptspeicher von 542.000 Bytes - ein Datenvolumen, das schon Ende der 80er Jahre auf eine einzige 5¼-Zoll-Diskette passte.
Etwa zeitgleich fasste man den - damals fortschrittlichen - Entschluss, die von ihren Aufgaben her erheblich erweiterte Besoldungsstelle unabhängig von definierten Einzelaufgaben und Fachzuständigkeiten als selbständige IT-Behörde für die BFV zu etablieren. Als ideeller und organisatorischer Vorläufer des ZIVIT entstand so zum 1. Juli 1971 das "Rechenzentrum der BFV". Es stellte keine Behörde im Sinne des Finanzverwaltungsgesetzes dar. Um die wachsenden Verwaltungsaufgaben besser unterstützen und koordinieren zu können, ist das Rechenzentrum zum 1. Januar 1975 als Abteilung IV in das 1971 gegründete Bundesamt für Finanzen eingegliedert worden.
Die sieben Rechenzentren der BFV, die teils schon seit Mitte der 70er Jahre existierten, waren von Beginn an mit bestimmten Schwerpunktaufgaben betraut. So erfüllte etwa das damalige Rechenzentrum in Hamburg Aufgaben des Marktordnungsrechts, für IT-Leistungen im Bereich der Verbrauchssteuern war das Rechenzentrum in Stuttgart zuständig. Die Rechenzentren in Düsseldorf, Frankfurt, Hannover und Karlsruhe boten zollrechtliche IT-Services sowie Dienstleistungen für die Zahl- und Vollstreckungsstellen der Bundeszollverwaltung. Zusätzlich waren sie mit der Bereitstellung von Netzinfrastruktur bzw. der Pflege und Strukturierung von Stammdaten beauftragt. Das siebte Rechenzentrum der BFV in Berlin beschäftigte sich vor allem mit IT-Aufgaben im Bereich der Zollfahndung und wurde daher in das Zollkriminalamt (ZKA) eingegliedert.
Diese fach- und dienstsitzbezogene Schwerpunktbildung der vormaligen Rechenzentren und des aus ihnen hervorgegangenen ZID hat sich bewährt. Den heutigen Auftraggebern des ZIVIT steht dadurch eine effektive und fachlich fundierte Hilfestellung bei der IT-Unterstützung ihrer Aufgaben bereit.