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Zahlbarmachungen

Die Höhe u.a. von Ausfuhrvergünstigungen, Kindergeld und Beihilfen ermitteln die vom ZIVIT betriebenen Fachverfahren unter Einbeziehung von spezifischen Datensätzen. Außerdem erstellen sie hierüber Bescheide und zahlen das Geld an die betreffenden Empfänger aus.

Das IT-Verfahren ARMADA ( Abwicklung des Rohtabakprämienverfahrens mittels anwenderorientierter DV- Anwendungen) dient der Zahlbarmachung der Rohtabakprämienbescheide sowie der Aufbereitung der Bescheiddaten für die Rechnungslegung gegenüber der EU-Kommission.
Europäische Länder können Rohtabak aufgrund bestimmter Nachteile - wie etwa der kleinen Anbauflächen von insgesamt 4.600 Hektar in Deutschland, der Notwendigkeit der Handarbeit sowie der hohen Lohnkosten - nicht zu den auf dem Weltmarkt geltenden niedrigen Handelspreisen anbauen. Um dennoch den traditionellen Tabakanbau in der Gemeinschaft zu erhalten, gewährt die EU daher eine qualitätsbezogene Rohtabakprämie.
Dieses sog. Rohtabakprämienverfahren überwacht die Zollverwaltung. Sie kontrolliert die Anbauflächen und Lieferungen und wickelt die Prämienzahlungen für den im Rahmen eines Anbauvertrages tatsächlich gelieferten Rohtabak ab.
Weitere Informationen:
Das Fachverfahren ZEMGA ( Zentralstelle zur Erhebung der Milch-Mitverantwortungs- und Garantiemengenabgabe) dient der Zahlbarmachung der von den örtlich zuständigen Hauptzollämtern erstellten Bescheide über die Mitverantwortungs- und Garantiemengenabgabe. Außerdem nimmt es (Forderungs-)Bescheide in die Debitorenverwaltung auf und bereitet deren Daten für die Rechnungslegung gegenüber der EU-Kommission auf.
Weitere Informationen:
Das Fachverfahren MOZART ( Maschinell organisierte Zahlbarmachung der Ausfuhrvergünstigungen und Roh tabakprämie) sammelt u.a. die Zahlungsbescheide aus den Fachverfahren AIDA, ZEMGA und PAPAGENA und macht sie zahlbar.
Es erstellt Bescheidaufstellungen für die Zahlungsbegünstigten und Zahlungspflichtigen, Kassenanweisungen, Buchungsbelege und sonstige zahlungs- und buchungsbegründenden Anlagen sowie schließlich die Datenträger für die Abwicklung der eigentlichen Zahlungen. Für die Rechnungslegung bereitet Mozart sämtliche Daten, die zu einer Zahlung führten, auf und stellt sie der EU-Kommission zur Verfügung. Zweimal jährlich werden ihr die Daten aus der Debitoren-Verwaltung gemeldet.
Darüber hinaus erstellt die Anwendung Auswertungen und meldet sie sowohl turnusmäßig als auch ad hoc nach unterschiedlichsten Gesichtspunkten nationalen und EU-Adressaten (in der Regel den Ministerien für Finanzen, Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, der EU-Kommission und dem Europäischer Rechnungshof).
Weitere Informationen:
Die Software KING ( KINder Geld) wurde bei der Gründung der Bundesfamilienkasse entwickelt, um Kindergeldfälle zu bearbeiten. Sie richtet sich streng an deren Geschäftsprozessen aus. Dadurch werden manuelle Tätigkeiten bei der Ermittlung von Einkünften- und Bezügen, der Festsetzung des Kindergeldes und der Erstellung von Bescheiden auf ein Minimum reduziert.
Die Aufzeichnung aller Posteingangs- und -ausgangsdokumente sowie die grafische Benutzeroberfläche informieren darüber hinaus bestmöglich über den Bearbeitungs- und Sachstand der einzelnen Fälle. Automatische Schreiben zur Anforderung von Belegen und automatische Wiedervorlagen verbessern die Fallüberwachung. Insgesamt sind so die Bearbeitungszeiten deutlich kürzer und die Bearbeitungskosten viel niedriger. Über eine Ausgangsschnittstelle lässt sich KING an beliebige Auszahlungssysteme oder Kommunikationspartner, z.B. an die zentrale Zulagenstelle für das Altersvermögen, anbinden.
Weitere Informationen:
Mit KIDICAP P5 PPay (kirchlich, diakonisch, caritatives Personalbewirtschaftungssystem) stellt das ZIVIT dem Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) eine Software zur Verfügung, die die Bezüge für Beamte, Versorgungsempfänger, Tarifbeschäftigte, Angestellte und Arbeiter des Bundes berechnet, festsetzt und zahlbar macht.
Sie beinhaltet ein elektronisches Meldewesen für Finanzämter, Kranken- und Zusatzversorgungskassen. Dabei leitet KIDICAP die Berechnungsergebnisse automatisch an das Finanzwesen (HKR-Verfahren) weiter und bietet ein umfangreiches Reporting. Das BADV betreut insgesamt rund 250 Behörden und öffentliche Institutionen mit ca. 250.000 Zahlungsfällen.
Weitere Informationen:
Das Fachverfahren ABBA (Automatisierte Beihilfe-Bearbeitung mit Arbeitsplatzcomputern) berechnet Beihilfen und Abschläge in Krankheits- und Pflegefällen sowie bei der Geburt von Nachwuchs. Das vom ZIVIT gepflegte Werkzeug der Bundesfinanzverwaltung enthält alle dazu benötigten Grunddaten. Zahlreiche Detailrechnungen - u.a. für Sehhilfen, Zahnersatz, Arznei- und Verbandsmittel, Krankenhausaufenthalte, stationäre und häusliche Pflege sowie für Heilbehandlungen und Kuren - erleichtern die Arbeit der Beihilfefestsetzer.
Informative Datenbestände wie z.B. die Gebührenordnungen für Ärzte, Zahnärzte und Heilpraktiker helfen dabei, notwendige Ermessensentscheidungen zügig und sicher zu treffen. Bei der Erstellung des Beihilfebescheides und der begleitenden Verfügung legt ABBA die getroffene Entscheidung transparent dar. Treten wohl definierte Sachverhalte ein, fügt das Tool selbständig erforderliche Erläuterungen ein. Bereits festgesetzte Beihilfen lassen sich zeitraumabhängig statistisch aufbereiten.
Leicht passt sich ABBA an unterschiedliche örtliche Gegebenheiten an. Diese Flexibilität hat der ZIVIT-Anwendung die Marktführerschaft eingebracht: Kürzlich konnte der 60. ABBA-Produktivkunde gewonnen werden. Die Bundesfinanzverwaltung, der Deutsche Bundestag, die Bundesagentur für Arbeit, die RZVK-Saar sowie mehrere Berufsgenossenschaften, Städte und Kommunen nutzen u.a. das Beihilfeabrechnungssystem.